Transparenz in der Projektpriorisierung

reihenfolge

Die Hauptpost in Essen ist augenscheinlich beliebt. An einem guten Tag geht die Schlange vor den 20 Schaltern zurück bis zur Eingangstür. Trotz paralleler Abarbeitung dauert es so schon mal eine halbe Stunde bis man aufgerufen wird sein Paket abzugeben oder seinen Nachsendeauftrag. Aber wäre es nicht kurios, wenn Ihr am Ende angekommen seid und anstatt Euch aufzurufen, ein Ordner den Nächsten hinter Euch vorbeiwinken würde und Euch bedeutet noch zu warten? Ihr seid doch Erster! Warum müsst ihr jetzt noch warten? Und dann wieder. Und wieder. Obwohl Eure Position Euch aus Eurer Sicht klar als Nächsten idenfiziert kommen immer wieder andere Leute dran. Was zum Henker ist hier los?

Transparenz in der Priorisierung

Das Problem hier ist vor allem Intransparenz zur Reihenfolge in der Ihr drankommt. Weil Ihr in einer Schlange steht erwartet ihr auch dranzukommen wenn ihr vorne seid. Das ist der Deal. Hinten anstellen, vorne bedient werden. Auch im Projektgeschäft gibt es Schlangen. Projekte und Tasks die abgearbeitet werden sollen werden über eine Priorität sortiert. Stakeholder und Kunden verlassen sich darauf, dass die Reihenfolge klar und verbindlich ist. Wenn sich etwas verzögert, weil Mutti ihr Portemonnaie in der Handtasche nicht finden kann ist das OK.

Aber intransparente Verschiebungen nicht. Sie schafft eine Erwartungshaltung die dann nicht eintritt. Häufig machen unerfahrene Projektleiter und Teams den Fehler, dass Sie den Wünschen der Kunden nachgeben weil sie sich beliebt machen wollen. Doch die überschüssigen Aufgaben können beim besten Willen nicht abgearbeitet werden. Damit ist nicht nur die Zusage gebrochen und der Kunde gerät wiederum von anderer Seite unter Druck weil er sich auf die Lieferung verlassen hat. Auch das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig geschädigt. Beim nächsten Mal wird der Kunde seine Forderung mit mehr Nachdruck stellen weil er eine Wiederholung vermeiden will. Das Team wird durch Eskalation immer häufiger gezwungen unrealistische Zusagen zu machen. Eine Abwärtsspirale beginnt, an deren Ende in vielen Projekten striktes Micromanagement und hoheitlich verordnete Überstunden stehen – Killer für Produktivität und Motivation.

Und das alles nur, weil man auf intransparente Weise dem Kunden einen vermeintlichen Gefallen tun wollte. Macht den Deal transparent und haltet euch daran! Und läuft doch mal etwas anders, seid ehrlich mit dem Kunden und lasst ihn nicht einfach hängen.

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